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Ökologie & Affekt

Unsere Arbeitsgruppe möchte die verschiedenen affektiven Dimensionen rund um den Begriff Ökologie herum untersuchen. Unser erster Ansatz zu diesem Thema besteht zunächst darin, bestehende Texte zu lesen, die sich mit den Begriffen Affekt und Ökologie aus verschiedenen fachlichen Perspektiven (z.B. environmental humanities, Anthropologie) befassen. Wir möchten unser Verständnis des Begriffs Ökologie, seiner Beziehung zu Affekt und Emotion, seines Gebrauches sowie möglichen Missbrauchs und der Inhalte, Geschichten und Ereignisse, die in diesen Texten erzählt werden - einschließlich des Anthropozäns und seiner Kritik (Plantationoscene, Capitaloscence, Chthulucene etc.) - verfeinern.

Insbesondere möchten wir in unserer Arbeitsgruppe die affektiven Dimensionen der Ökologie aus einer intersektionalen Perspektiven untersuchen, um so die Verschränkungen von kolonialem Rassismus, Geschlecht/Sexualität und Klasse immer wieder zu bedenken und hervorzuheben. Hierbei interessieren uns bspw. folgende Emotionen und Themen: der Verlust/die Trauer (insbesondere Verlust im Zusammenhang mit Enteignung), Angst (z.B. im Hinblick auf die Zukunft der Katastrophe und die Erfahrung des Wartens auf eine Katastrophe), Auswirkungen der ökologischen Zerstörung auf affektive Infrastrukturen, Ökologien der Zerstörung und ihr affektives Leben. Wir möchten auch Ansätze aus den Bereichen Ökofeminismus, Ökokritik und der Disability Studies diskutieren, die auf je eigene Weise affektive und ökologische Aspekte miteinander verbinden. Zudem wollen wir den Zusammenhang von Affekt-Ontologie-Materialität aus einer dekolonialen Perspektive betrachten. Konkret bedeutet das, dass wir uns mit den Äußerungen, Praktiken und Geschichten der von der kolonialen Enteignung am direktesten betroffenen Bevölkerungsgruppen, wie die europäischen Ex-Kolonien, die First Nations und die indigene Bevölkerung in Nordamerika zuwenden. Denn diese Gemeinschaften gestalten die Debatten über den ontologischen und affektiven Status der ökologischen Zerstörung neu und in anderer Weise als bestimmte Stränge der akademischen Theorie. Wir haben auch ein Interesse an den Konzeptualisierungen von queerer Theorie und Ökologie, um zu fragen, wie (queere) Begehren in diesen Theorien geäußert werden.