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TP C03 & Museum Europäischer Kulturen

In Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin (MEK) organisiert das Teilprojekt C03 eine Ausstellung mit dem Arbeitstitel „Affektive Vielfalt der Religionen“ im Kontext des „Forschungscampus Dahlem“. Es fokussiert dabei die Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen, aber auch die Befürchtungen und emotionalen Grenzziehungen, die Begegnungen zwischen religiösen und nicht-religiösen Akteur*innen – ebenso wie die Begriffe „Vielfalt“, „(In-)Toleranz“ oder„religiöses Miteinander“ selbst – in Berlin auslösen. Des Weiteren beleuchtet es die affektiven Dynamiken von In- und Exklusionsprozessen, die mit aktuellen Initiativen zur „Regulierung“ religiöser Vielfalt in der Stadt verbunden sind. Diese Themen werden auf drei Ebenen behandelt:

  1. Die Institutionalisierung religiöser Vielfalt in „Dialog-Initiativen“, die zu neuen Formaten des interund transreligiösen Austauschs, aber auch zu neuen Bauwerken (z. B. dem House of One) führen.
  2. Die Begegnungen zwischen einer Vielzahl religiöser und nicht-religiöser Akteur*innen im urbanen Alltag, die Dynamiken affektiver Öffnung ebenso implizieren wie gegenseitige Abgrenzung.
  3. Rituelle Alltagspraktiken religiöser Akteur*innen, die in den letzten Jahren über Migrationsprozesse nach Berlin gekommen sind und die nicht in institutionelle Initiativen zum „interreligiösen Dialog“ eingebunden sind.

Das Ausstellungsvorhaben beleuchtet die affektiven Dynamiken religiöser Vielfalt in Berlin sowohl mit Bezug auf ihre materiellen als auch immateriellen Dimensionen und arbeitet mit Fotografie, Video, Klanginstallationen, Objekten und ethnographischen Interviews. Zudem verfolgt es einen kollaborativen Ansatz und öffnet die Räume des MEK für die Begegnungen unterschiedlicher religiöser und nicht-religiöser Akteur*innen, z. B. über öffentliche Veranstaltungsreihen und ausgewählte Begehungen der ethnographischen Sammlungen zu „Religiosität“. Gemäß der konsequent partizipativen Arbeitsweise des MEK wird den Akteur*innen eine Plattform zur Repräsentation und damit auch die Gelegenheit zur Selbstvergewisserung geboten. Dabei wird das Museum selbst zu einem Raum für die affektive Aushandlung religiöser Vielfalt in der Stadt sowie für die Archivierung der hier initiierten Dynamiken. Die im Rahmen dieser Ausstellung generierten Digitalisate sollen später in ausgewählter Form auf der SFB-Website präsentiert und im Kontext der Veranstaltungsdokumentation zugänglich gemacht werden.