Emotion Repertoires

Die Themengruppe befasst sich mit der Operationalisierung und inhaltlichen Schärfung des Konzepts Emotionsrepertoire, das bereits in unterschiedlichen Zusammenhängen bemüht wurde, bislang aber nur unzureichend definiert scheint.

Wir verstehen Emotionsrepertoire als transdisziplinär relevanten Begriff, der einen Brückenschlag zwischen Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften erlaubt und fruchtbare Zugänge zu Fragen nach Affektivität in einem Spannungsfeld zwischen Materialität und Performanz, individueller Praxis und Diskurs, Konvention und Situativität sowie Verleiblichung und Kognition eröffnet. Wir begreifen Emotionsrepertoires ferner als dynamische und in ihrer Anwendung wandelbare, jedoch hinreichend stabile Konglomerate von affektivem Erleben, Deutung und Ausdruck, um innerhalb eines Kollektivs les- und teilbar zu sein. Anhand bestehender Literatur zu verwandten Konzepten (z.B. script, feeling rule oder behavioural pattern) und Fragen aus eigener empirischer und theoretischer Arbeit bemühen wir uns um eine epistemologisch relevante und konkret anwendbare Begriffsbildung und um eine konstruktive Einbettung in den weiteren Kontext der Affektforschung.

Ausgangsfragen unserer Arbeit betreffen Stabilität und Wandelbarkeit von Emotionsrepertoires, ihre Verortung (z.B. in Räumen, Kollektiven oder Akteuren), ihre intra- und interpersonellen Implikationen, die Wechselbeziehungen zwischen divergierenden Repertoires, ihre Entstehungs- und Transformationsbedingungen sowie ihre Beobachtbar- und Beschreibbarkeit.

Koordination:

Anita von Poser