Isack Abeneko
Isack Abeneko ist ein tansanischer darstellender Künstler, Choreograf, Musiker, Forscher und Kunstkurator. Er ist Mitbegründer und Kreativdirektor von ASEDEVA (Art for Social and Economic Development in Africa), einer tansanischen gemeinnützigen Kunst- und Kulturorganisation, die sich der Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung durch kreative Künste, Kultur und Unternehmertum im Dienste der Gemeindeentwicklung verschrieben hat. Abeneko ist zudem Kunst- und Veranstaltungskurator sowie künstlerischer Leiter des jährlichen Marafiki-Festivals, eines interkulturellen Kunstfestivals, das Künstler, Gemeinschaften und Kulturschaffende zusammenbringt. Über die Marafiki-Plattform kuratiert und produziert er mehrere weitere künstlerische Veranstaltungen und kreative Initiativen.
Als freiberuflicher zeitgenössischer Tänzer und Choreograf konzentriert sich Abeneko auf die darstellenden Künste auf der Bühne und arbeitet an interdisziplinären Performance-Projekten mit. Er war mit eigenen Tanzproduktionen international auf Tournee und hat zudem als Musiker, Tänzer und Choreograf in verschiedenen internationalen Kontexten unterrichtet. Zu seinen Werken zählen Projekte wie „Vinyago“ und „Dance Belong: Colonial Biography“. Außerdem hat er mit Flinn Works an Produktionen wie „Maji Maji Flava“ (inspiriert vom Maji-Maji-Krieg), „Fever and Fiver“ (das sich mit Malaria und postkolonialen Themen befasst) sowie „Ultimate Safari“ zusammengearbeitet, einer 360-Grad-Videoinstallation und Performance, die den Diskurs über Naturschutz und Safaritourismus in Tansania untersucht.
Abeneko schloss sein Studium für afrikanischen zeitgenössischen Tanz und Choreografie an der École des Sables im Senegal ab. Als Tänzer, Schauspieler und Musiker repräsentiert er eine neue Generation tansanischer zeitgenössischer Künstler und erweitert gleichzeitig zunehmend sein Tätigkeitsfeld abseits der Bühne als Choreograf, Songwriter und Kurator künstlerischer Projekte und Festivals.
Im Laufe seiner Karriere hat er mit einflussreichen Künstler*innen, Regisseur*innen und Choreograf*innen zusammengearbeitet und bei ihnen gelernt, darunter Stephanie Thiersch, Germaine Acogny, David Zambrano, Nora Chipaumire, Sophia Stepf (Flinn Works), Musa Hlatshwayo, Opiyo Okach, Kefa Oiro, Patrick Acogny, Vanessa Tamburi, Ian Mwaisunga und Aloyce Makonde.
Seine künstlerische Praxis wird von der Kraft der darstellenden Künste angetrieben, komplexe zeitgenössische Themen wie Identität, kulturelle Vielfalt, Politik, Kolonialismus, Postkolonialität, Kolonialität sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft zu hinterfragen und zu reflektieren. Seine Tanztheaterwerke wurden international in Deutschland, Polen, Norwegen, Dänemark, Finnland, Österreich, den Vereinigten Staaten, Südkorea, Südafrika, Mosambik, Malawi, Senegal und in ganz Ostafrika aufgeführt.
Derzeit forscht Abeneko und entwickelt ein neues Multimedia-Projekt im Rahmen des SFB's „Affective Societies“: Internationales Fellow Programm mit dem Titel „As Far as My Body Remembers“, das koloniale Wunden und generationenübergreifende Traumata anhand von körperlichem Gedächtnis und Bewegung untersucht.
