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Pluralität in Bewegung. Pro-migrantischer Protest, Politisierung und breite Mobilisierung

09.12.2020 | 18:00

Katarina Stjepandic

Der „Sommer der Migration“ im Jahr 2015 hat zu einer zunehmende Polarisierung und Politisierung der Zivilgesellschaft in Deutschland geführt. Mein Vortrag handelt von Mobilisierungsdynamiken, die sich seither im pro-migrantischem Protest in Deutschland beobachten lassen. Seit dem „Herbst und Sommer der Solidarität“ 2018/2019 kam es zu einer Reihe von politischen Großprotesten: #ausgehetzt in München, Welcome United in Hamburg, die Seebrücke und #unteilbar in Berlin, Leipzig und Dresden. Auch im Jahr 2019 und 2020 setzt sich diese Dynamik (trotz Corona) fort. Besonders ist dabei die Quantität der Mobilisierungen aber vor allem die zum Teil sehr heterogene Zusammensetzung der Bündnisse. Es kommen unter anderem religiöse und queere Gruppen, Mietrechtsinitiativen, Gewerkschaften, Umweltorganisationen, Geflüchtetenselbstinitiativen zusammen und treten gemeinsam für eine offene Gesellschaft und eine liberale Migrationspolitik ein. In meinem Vortrag gehe ich der Frage nach, welche Faktoren die Gründung pluraler Zusammenschlüsse begünstigen, wie Kollektivität trotz Differenz hergestellt werden kann und inwiefern es sich bei diesen Zusammenschlüssen um postmigrantische Allianzen handelt.