The Weight of History. From Heidegger to Afro-Pessimism
Sauerborn, Elgen – 2026
Der Beitrag untersucht das gegenwärtig viel diskutierte Phänomen des Quiet Quitting als Ausdruck einer therapeutisierten und emotionalisierten Arbeitswelt. Er geht der Frage nach, wie in diesem Kontext ein reflexiver Umgang mit Gefühlen in Manage mentdiskursen zur zentralen Kompetenz von Führung avanciert. Emotionen erschei nen dabei nicht länger als bloß zu regulierende Zustände, sondern als Indikatoren und Interpretationsrahmen für organisationale und gesellschaftliche Transformations prozesse. Managementpraktiken umfassen daher auch die Wahrnehmung und Deutung affektiver Distanzen sowie deren Übersetzung in organisationale Logiken. Aus emoti onssoziologischer Perspektive entstehen daraus neue Anforderungen an Führungskräf te, die eng mit Geschlechterstereotypen zusammenhängen. Diese vergeschlechtlichten Erwartungen entfalten insbesondere für Frauen in Führungspositionen eine doppelte Dynamik: Sie eröffnen neue Handlungsspielräume, tragen zugleich jedoch zur Stabili sierung bestehender Ungleichheitsverhältnisse bei.