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Affektive Medienpraktiken – Wie wir Medien fühlen und wie dies die Gesellschaft gestaltet

27.05.2026 | 18:00

Annabella Backes, Margreth Lünenborg, Ana Makhashvili (Freie Universität Berlin), Débora Medeiros (Lesben und Alter e. V.), Laura Sūna (Universität Siegen)

Sprache: Deutsch

 

Empörung, Hass oder Zuversicht: Medien strukturieren, prägen und formieren Emotionen als gesellschaftliche Ausdrucksformen nachhaltig. Zugleich sind auch die Motive, sich Medienangeboten zuzuwenden, hochgradig affektiv grundiert. Die Suche nach Ablenkung, die Lust am Fremdschämen, die Sorge beim Blick auf aktuelle Nachrichten. Über mehr als zehn Jahre haben wir uns mit der Bedeutung von Emotionen und Affekten bei der Produktion, Rezeption und Zirkulation von Medienangeboten beschäftigt – vom Reality TV über journalistische Nachrichten bis zu social media-Angeboten. Wir haben Fernsehzuschauer*innen auf dem heimischen Sofa beobachtet, mit Journalist*innen über die Bedeutung von Emotionen in ihrer Arbeit gesprochen und die affektive Intensität auf Twitter und TikTok vermessen. In einer Gesprächsrunde mit Forscherinnen aus diesen Projektphasen teilen wir affektive Momente des Forschens, werfen Schlaglichter auf ausgewählte Medienbilder und fragen danach, wie theoretische Konzepte, die wir entwickelt haben, auch künftige Forschung prägen: in der Arbeit zu Medienbildung, im Verständnis demokratischer Öffentlichkeiten sowie von Zugehörigkeit. Zugleich nehmen wir aktuelle politische Mobilisierungen in den Blick, von rechtsautoritären Akteur*innen bis hin zu emanzipatorischen und feministischen Bewegungen, und diskutieren, wie mediale Infrastrukturen hierzulande Affekte organisieren, verstärken und kollektiv wirksam machen.