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Wie emotional ist unsere Gesellschaft? Debatten der Emotionssoziologie im Sonderforschungsbereich und darüber hinaus

01.07.2026 | 18:00

Aletta Diefenbach, Jürgen Gerhards, Elgen Sauerborn und Christian von Scheve (Freie Universität Berlin), Veronika Zink (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Sighard Neckel (Universität Hamburg), Nur Yasemin Ural (Universität Leipzig)

Sprache: Deutsch

 

Die Legacy Session widmet sich einer Frage, die die gesellschaftlichen Debatten seit vielen Jahren prägt und die gleichermaßen Faszination wie Unbehagen hervorruft: Wird die Gesellschaft tatsächlich immer emotionaler? Ein Blick auf die öffentlichen Diskurse der vergangenen zwei Jahrzehnte legt diese Vermutung nahe. Begriffe wie emotionale Spaltung, Wutbürger, Zornpolitik, affektive Polarisierung, emotionale Intelligenz und Empathie prägen die Debatten ebenso wie Diskussionen über Hassrede, Shitstorms, Achtsamkeit, verletzte Gefühle, Flugscham, Klima-Angst, Klima-Trauer oder über Unsicherheiten und Abstiegsängste.

Soziologische Antworten auf die Frage nach einer zunehmenden Emotionalisierung fallen jedoch höchst unterschiedlich aus. Genau hier setzt die Legacy Session an: Sie nimmt die Diagnose der Emotionalisierung zum Ausgangspunkt und bringt verschiedene theoretische Positionen miteinander ins Gespräch. Zu diesem Zweck haben wir vier ehemalige Mitglieder des SFB eingeladen, die in einer moderierten Diskussion – eingeleitet durch kurze Impulsstatements – unterschiedliche Perspektiven auf diese Frage entfalten.

Mit Jürgen Gerhards und Sighard Neckel nehmen zwei ehemalige Teilprojektleiter teil, die nicht nur zu den prägenden Wissenschaftler:innen der deutschsprachigen Emotionssoziologie zählen, sondern ihr auch international maßgebliche Sichtbarkeit verschafft haben. Ergänzt werden sie durch zwei weitere Stimmen, die für unterschiedliche theoretische und methodische Zugänge innerhalb der Emotionssoziologie stehen: Nur Yasemin Ural und Veronika Zink, zwei der profiliertesten Vertreterinnen der jüngeren Generation, die dem SFB seit vielen Jahren verbunden sind. Beide haben mit je eigenen Ansätzen zum Verhältnis von Emotionen und Gesellschaft innovative Beiträge vorgelegt und klassische Linien der Emotionsforschung weiterentwickelt.

Diese Konstellation verspricht eine vielschichtige und erkenntnisreiche Debatte, die von Polina Aronson moderiert wird.

Zeit & Ort

01.07.2026 | 18:00

Vorlesungsraum J32/102 der Freien Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin