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Wenn Einkaufen wehtut: Diskriminierung im Alltag von Verbraucherinnen und Verbraucher spüren und damit umgehen.

04.02.2026 | 16:00

Präsentation aus dem Projekt „Diskriminierung, Emotionen und Verbraucher:innenverhalten“ (DEVGAV)

Wie fühlt sich Diskriminierung im Alltag von Verbraucher:innen an? Wie gehen Menschen damit um? Wie wehren sie sich dagegen oder wie nehmen sie sie in ihrem täglichen Leben hin? 
Das Forschungsprojekt DEVGAV konzentriert sich auf Situationen, in denen Diskriminierung greifbar wird: Wenn junge Frauen, die Kopftuch tragen, von Ladendetektiven kriminalisiert werden, wenn ältere Menschen durch digitale Bankensysteme und Einkaufs-Apps zur Verzweiflung getrieben werden oder wenn Rollstuhlfahrer mit lästigen Barrieren im öffentlichen Nahverkehr konfrontiert sind. Anhand narrativer Interviews mit Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft wird untersucht, wie Diskriminierung in diesen Begegnungen verkörpert, wahrgenommen und umgesetzt wird. Das Forschungsprojekt identifiziert wiederkehrende affektive Bewegungen wie Schock, dem Schwanken zwischen Wut und Traurigkeit, Irritation und Unsicherheit darüber, ob ein Vorfall überhaupt diskriminierend war. Diese Spannungen führen oft zu subtilen Verhaltensänderungen wie übertriebener Freundlichkeit, Vermeidung oder Rückzug, die als Formen des emotionalen Selbstschutzes und als Versuche dienen, die Handlungsfähigkeit wiederherzustellen, aber auch zu kollektivem Handeln und rechtlicher Mobilisierung führen können. Auf der Grundlage dieser vorläufigen Ergebnisse wird gefragt, wie Verbraucherorganisationen das Gefühlsleben diskriminierter Verbraucher besser unterstützen und dafür bewährte Verfahren entwickeln können.

Diskutieren Sie mit uns darüber, wie Diskriminierung im Alltag empfunden, verhandelt und möglicherweise verändert wird – emotional, sozial und politisch.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Zeit & Ort

04.02.2026 | 16:00

Raum L24/27
Rost- und Silberlaube
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin