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Hauptsache: Glauben

03.07.2026 | 19:30

Fabian Bernhardt im Gespräch mit Hartmut von Sass

Woran glaubst du? Und glaubst du überhaupt an irgendetwas? Es kommt nicht oft vor, dass wir einander diese Fragen stellen. Aber warum eigentlich? 

Menschen glauben an Gott, den einen oder viele, an die Hoffnung und die Liebe, an Wissenschaft und Vernunft, die Macht der Sterne oder die des Marktes, das Schicksal, den Zufall – oder daran, dass am Ende doch alles sinnlos ist. Der Glaube bestimmt, wer wir sind. Wie wir fühlen, denken und handeln. Doch sprechen wir kaum darüber. Vielleicht liegt das daran, dass Fragen des Glaubens schnell zu persönlich oder zu politisch werden. Vielleicht auch daran, dass sie sich in modernen Gesellschaften nicht mehr so eindeutig verorten lassen. Denn Glauben ist mehr als Religion – und zugleich kaum von ihr zu trennen. Was genau ist Glauben? Wo beginnt er, wo hört er auf? Was unterscheidet Glauben von Wissen? Wie steht es um sein Verhältnis zur Spiritualität? Was hat er mit dem Wahnsinn, der Liebe und der Angst zu tun? Wie lebt es sich, wenn man gläubig ist? Und kann es Glauben auch ohne Gott und Religionen geben? Diesen und mehr Fragen gehen der Philosoph Fabian Bernhardt und der Theologe Hartmut von Sass nach. Ein Gespräch darüber, warum moderne Menschen zwar über fast alles reden – aber nur selten über das, woran sie wirklich glauben.

Fabian Bernhardt ist promovierter Philosoph und Autor. Seit 2019 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB Affective Societies. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit den untergründigen Kräften, die moderne Gesellschaften prägen – darunter Gewalt, Rache, Gefühle, Geister und das Unsichtbare. Sein Buch „Rache. Über einen blinden Fleck der Moderne“ (Matthes & Seitz, 2021) wurde von RBB Kultur, der literarischen WELT, der NZZ und Österreich 1 zu den Sachbüchern des Monats gewählt. Im Roten Salon der Volksbühne leitet er die Gesprächsreihe „Unter uns: von Geistern, Dschinns und Monstern“.

Hartmut von Sass ist evangelischer Theologe und Religionsphilosoph. Seit 2025 ist er Inhaber der Professur für Systematische Theologie an der Universität Hamburg. Zu seinen jüngsten Büchern gehören „Außer sich sein. Hoffnung und ein neues Format der Theologie“ (2023) sowie „Zukunftsemotionen“ (als Herausgeber, 2026). In seinem viel beachteten Essay „Atheistisch glauben“ (erschienen 2022 bei Matthes & Seitz) macht von Sass deutlich, dass sich Atheismus und der Glaube an Gott nicht ausschließen. Im Gegenteil: Der Atheismus verrät, was es mit Gott heute noch auf sich haben kann.

Zeit & Ort

03.07.2026 | 19:30

Bogen 43
An der Michaelsbrücke 3
10179 Berlin