Relationale Soziologie: Zur sinnhaften Konstruktion von Sozialbeziehungen und Netzwerken

24.06.2016 | 11:00 s.t.

Der Vortrag stellt die grundlegende Perspektive der relationalen Soziologie um Harrison White, Charles Tilly und andere vor. Dabei geht es um eine theoretische Reflexion der sozialwissenschaftlichen Netzwerkforschung und damit um die Fragen: Was sind soziale Netzwerke (und Sozialbeziehungen als deren Grundbausteine)? In welchen Zusammenhängen stehen sie zu anderen Aspekten des Sozialen?

Die Antwort lautet: Soziale Netzwerke und Sozialbeziehungen werden sinnhaft konstruiert - als Erzählungen, die Identitäten miteinander verknüpfen (White), bzw. als in der Kommunikation ausgehandelte Erwartungen über das Verhalten von Akteuren zueinander (Fuhse). Entsprechend sind Netzwerke mit Sinnformen wie Kategorien, Rollen, Institutionen und Stilen verknüpft. Im Anschluss an die allgemeine Perspektive wird eine eigene Anwendung der Perspektive auf die Aushandlung von Identitäten und Beziehungen in einer politischen Debatte präsentiert.

PD Dr. Jan Fuhse ist Heisenberg-Stipendiat und lehrt am Institut für Sozialwissenschaften im Bereich Makrosoziologie der Humboldt-Universität zu Berlin.