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Welcher emotional-affektiven Mittel bedienen sich autokratische Regime, um ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten? Und welche Rolle spielen Emotion und Affekt umgekehrt in politischen Partizipations- und Transformationsprozessen?

Dieses Mal ist Podcast-Moderatorin Cilja Harders selbst zu Gast – als Leiterin des politikwissenschaftlichen Teilprojektes C01. Dort forscht sie zu Emotion und Affekt im Kontext autoritärer Transformationen mit besonderem Fokus auf Emotions- und Affektdynamiken in der ägyptischen und türkischen Gesellschaft. Ausgangspunkt der Untersuchung des Teilprojekts waren die Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo im Sommer 2011 und auf dem Taksim-Platz in Istanbul 2013. Der Ort der Proteste spielt dabei eine entscheidende Rolle und wird mit dem Begriff der Midan Moments verdeutlicht: Das arabische Wort Midan lässt sich nicht nur als Platz, sondern auch als politisch-utopische Arena verstehen. Midan Moments, verortet auf diesen Plätzen, sind somit geprägt von besonderer Emotionalität und Affektivität. Doch die fast revolutionären Proteste konnten in beiden Ländern keine fundamentale Veränderung durchsetzen. Stattdessen konnten autoritäre, nationalistische Strukturen zurückkehren und sich verankern.

Das Teilprojekt C01 fragt deshalb nach den Emotions- und Affektdynamiken des Zusammentreffens von revolutionärem Protest, angestoßenen Transformationsprozessen und gleichzeitiger Ernüchterung und Verankerung autoritärer Herrschaft. Dabei werden die Vereinnahmungen und Umdeutungen von Midan Moments durch autoritäre Herrscher in den Blick genommen – denn Erdogan oder As-sisi bedienen sich bewusst Mitteln auf affektiver Ebene, um ihre Macht aufrecht zu erhalten.