Zwischen Affekt und Argument: Margreth Lünenborg im Philosophie Magazin
"Komplexe Öffentlichkeiten sind heute immer auch durch Medien strukturiert. Unsere Wahrnehmung der Welt, aber auch die Interaktion mit anderen findet mit und durch Medien statt."
In diesem Artikel plädiert die Kommunikationswissenschaftlerin Margreth Lünenborg dafür, Affekt als notwendigen Teil des demokratischen Diskurses wahrzunehmen. Zugehörigkeit, Spaltung, Ausschluss — all das sind keine rein rationalen Prozesse, sondern affektiv grundierte Formen der Vergemeinschaftung. Und das gilt nicht nur für Stadien und Demos, sondern auch für Medienöffentlichkeiten, die sich „keineswegs primär über Fakten und Informationen, sondern stets auch durch affektive Zuwendungen" formieren.
Affektive Öffentlichkeiten bedeuten keinen Verlust des rationalen Diskurses — im Gegenteil: Diese Perspektive ermöglicht erst eine fundierte Kritik an Plattform-Algorithmen, die Affekte gezielt ökonomisch ausbeuten.