Neue Publikation: Liebelt, C. (2026). The affective afterlife of the “smelly immigrant” trope: Contested scents, “race,” and olfactory contact zones in Berlin. City & Society, 38(3), e70040
Wie riecht Zugehörigkeit – und wie kann Geruch zum Mittel sozialer Ausgrenzung werden? In ihrem neuen Artikel in City&Society untersucht unsere Kollegin Claudia Liebelt Berlin-Neukölln als eine „olfactory contact zone“: einen urbanen Raum, in dem Gerüche, Erinnerungen, Körper und soziale Grenzen aufeinandertreffen. Dabei zeigt sie, wie alte Figuren des „stinkenden Fremden“ – historisch mit Antisemitismus, Kolonialismus und später der Abwertung von Arbeitsmigrant:innen verbunden – bis in die Gegenwart nachwirken.
News vom 29.09.2026
Im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Nachleben (afterlife) rassifizierter Gewalt und olfaktorischen Otherings. Auch wenn bestimmte abwertende Zuschreibungen heute kaum noch offen ausgesprochen werden, verschwinden ihre Wirkungen nicht unbedingt mit ihnen: Sie können in Körperwahrnehmungen, Erinnerungen, Ängsten und alltäglichen Praktiken des Umgangs mit Gerüchen weiterleben. Zugleich zeigt Liebelt, wie Düfte und Aromen auch Zugehörigkeit, Wohlbefinden und Widerstand ermöglichen können. Geruch wird so zu einem Medium, in dem sich Geschichte sinnlich fortsetzt – aber auch neu verhandeln lässt.