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Von Monstern, Sümpfen und dem, was nicht verschwinden will

In seinem neuen Lektüreessay „Von Monstern und Sümpfen“ im Philosophie Magazin nimmt unser Kollege Fabian Bernhardt Şeyda Kurts Debütroman Zeit der Monster zum Ausgangspunkt für eine philosophische Erkundung des Monströsen.

News vom 17.09.2026

Was macht eine Gesellschaft zum Monster – und wen erklärt sie selbst für monströs? Bernhardt interessiert sich dabei weniger für Monster als fantastische Wesen als für das, was sie sichtbar machen: gesellschaftliche Normen und Grenzen, das Ausgeschlossene und Verdrängte sowie jene Geschichten, die in offiziellen Erzählungen keinen Platz finden.

Die Frage nach dem Monströsen wird damit zu einer politischen Frage: Was lässt sich über eine Gesellschaft erkennen, wenn wir auf das schauen, was sie als abweichend, fremd oder monströs ausgrenzt? Auch der „Sumpf“ des Romans wird so zum Gegenarchiv – zu einem Ort, an dem Vergessenes und Verlorenes aufbewahrt wird.  

„Wir müssen uns das Monster nicht nur als Zerstörer, sondern auch als Rettungswesen vorstellen. Einen Rucksack auf dem stacheligen Rücken, wandert es durch die Zeiten, von Sumpf zu Sumpf, und sammelt die Scherben, fusseligen Reste und übersehenen Schätze ein – in der monströsen Hoffnung, dass sie den Tod der alten Welt überleben“, so Bernhardt. 

Damit knüpft der Essay an Bernhardts Forschung zu Haunting, Erinnerung und den affektiven Nachwirkungen von Gewalt an. In seinem Beitrag „Haunting“ für The New Key Concepts in Affective Societies fragt er danach, wie Vergangenes in Atmosphären, Körpern und Gefühlen weiterwirkt – und wie sich Gegenwart und Zukunft aus den Spuren dessen verstehen lassen, was nicht vollständig verschwunden ist. 

Şeyda Kurt war bereits 2024 zu Gast bei Bernhardts vom SFB unterstützter Gesprächsreihe UNTER UNS: von Geistern, Dschinns und Monstern im Roten Salon der Volksbühne. Gemeinsam sprachen sie damals – passend – über Monster. 

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