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Aktuell: Politik und Kultur des Affektiven

Prof. Dr. Jürgen Brokoff / Prof. Dr. Cilja Harders

Die Tandemkooperation „Politik und Kultur des Affektiven“, die von einem Literaturwissenschaftler
(Jürgen Brokoff) und einer Politikwissenschaftlerin (Cilja Harders) geleitet wird, stellt die kulturellen
und sozialen Produktionsfaktoren von Affekten in den Mittelpunkt der Analyse und untersucht die
Bedeutung dieser Affekte für die von Macht und Herrschaft gekennzeichnete Sphäre des Politischen.
Dabei werden nicht nur deren Einflüsse auf gesellschaftliche Interaktions- und Kommunikationsformen
untersucht, die sich im produktiven Sinn als Neu-Verhandlung und potenzielle Stärkung des
gesellschaftlichen Zusammenhalts und im destruktiven Sinn als Beförderung sozialer Spaltungstendenzen
manifestieren. Es sind auch die Affektpotentiale zu untersuchen, die dem Konzept kultureller
Hegemonie (A. Gramsci) und den Praktiken innewohnen, die dazu führen, im politischen Raum kulturelle
Hegemonie zu erringen. Welche Affekte sind dabei leitend? Durchlaufen Gesellschaften gegenwärtig
eine „Kulturrevolution“ und hat diese besondere Qualitäten des Affektiven? Und welche Rolle
spielen dabei – in Fortführung der Untersuchung von „Öffentlichkeiten“ (Tandem II) – emotional
zugespitzte Kontroversen, Polemiken und skandalträchtig aufbereitete Interventionen? Die Tandemkooperation
wird diesen Fragen unter anderem mit Blick auf den Bedeutungszuwachs von Populismus
und populistischen Bewegungen nachgehen. Geplant sind eine Ringvorlesung zum Thema
„Die Affekte des Populismus“ für Studierende der Literatur- und der Politikwissenschaft der Freien
Universität Berlin, eine SFB-Jahrestagung sowie eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem
Deutschen Theater Berlin.