M.A. Hans Roth

Roth

Freie Universität Berlin

Institut für Theaterwissenschaft

SFB 1171 "Affective Societies" - C05

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK 33/213
14195 Berlin
seit 2015

Dissertationsprojekt zum Komischen als Ausdruckform des Politischen im (post-)migrantischen Theater: "Komische Differenz. Zur Dialektik von politischem Theater und ethnischem Humor" (Arbeitstitel)

2013-2015

Studium der Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin (M.A).             

Thema der Abschlussarbeit: „Theater der Unbestimmtheit. Eine Analyse von Hans-Thies Lehmanns Theorie des postdramatischen Theaters“.                                                                          

2010-2013

Studium der Theater- und Politikwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (B.A.)

          

sonstige Tätigkeiten:

2014-2015

Studentische Hilfskraft am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin (Lehrstuhl Prof. Dr. Helmar Schramm)

2012-2013

Studentische Hilfskraft am Philosophischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Kant-Forschungsstelle)

Komische Differenz – Zur Dialektik von ethnischem Humor und politischem Theater (AT)

Das Promotionsvorhaben befasst sich mit der paradoxen Beziehung von Affirmation und Subversion in satirischen, parodistischen und ironischen Darstellungsformen im Kontext von Theater und Migration. Der zentralen These des Projekts zufolge wird hier ein tiefgreifendes Spannungsverhältnis von Komischem und Politischem auffällig, qua dessen das komische Spiel mit ethnisch und kulturell codierten Differenzmarkierungen in der Lage ist, hic et nunc sowie über den Aufführungsrahmen hinaus intensive und kontroverse affektive Dynamiken auszulösen. 

Ausgehend von Arbeiten zur Affektökonomie des Komischen (Freud, Wirth, Critchley) und antagonistischen Theorien des Politischen (Gramsci, Laclau/Mouffe, Marchart) werden diese ambivalenten Konstellationen von Gemeinschaft und Konflikt, von Verletzlichkeit und Polemik in einer Kombination von Aufführungs- und Diskursanalyse an verschiedenen Inszenierungen genauer untersucht.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Konzeptualisierung und Erforschung theatraler Affizierungen durch Komik, die es erlauben, sich von einer unfreiwilligen Lächerlichkeit ethnischer und kultureller Minderheiten zu distanzieren. Jedoch erscheint dieses ästhetische Aufbegehren gegen eine ‚Politik der Feindschaft‘ (Mbembe) nicht beliebig verfügbar, sondern erweist sich in theaternahen Debatten um rassistische Komik und ‚politische Korrektheit‘ selbst als ein umkämpftes Phänomen.

Sonstige Forschungsinteressen
  • Theaterformen und Schauspielstile als Spiegel der Gesellschaft
  • Ästhetische Theorien der Moderne und Postmoderne
  • Geschichte der Avantgarden im 20. Jhd.
  • Institutionenkritik und (Re-)Institutionalisierung in Kunst und Theater
  • Theatermetaphern und theatrale Denkfiguren in Philosophie und Politischer Theorie
  • Das Theater von Bertolt Brecht und sein umstrittenes Erbe

„Komik als ‚kritische‘ Strategie – Zur Frage der Unterscheidbarkeit von Subversion und Affirmation am Beispiel von Verrücktes Blut“. In: Gerald Siegmund et. al. (Hg.): Theater als Kritik. Theorie, Geschichte und Praktiken der Ent-Unterwerfung, Bielefeld: Transcript. (Im Erscheinen)

gem. mit Friederike Oberkrome: “Affektökonomien im Vergleich: Ein (neuer) Blick auf Theater und Migration in Berlin und London“, in: Matthias Warstat et. al. (Hg.): Profitable Aesthetics. Performative Strategien der Teilhabe, Berlin: Theater der Zeit. (Im Erscheinen.)

gem. mit Friederike Oberkrome und Matthias Warstat: “German ‘Sprechtheater’ and the Transformation of Theatrical Public Spheres”, in: Anne Fleig, Christian von Scheve (Hg.): Public Spheres of Resonance: Constellations of Affect and Language, London: Routledge. (Im Erscheinen.)

gem. mit Hauke Lehmann und Kerstin Schankweiler: “Affective Economy”. In: Jan Slaby, Christian von Scheve (Hg.): Affective Societies. Key Concepts, London: Routledge. (Im Erscheinen)