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"Bürgerliche Kälte" statt solidarischer Wärme - Philosophin Henrike Kohpeiß im Gespräch mit dem dlf Kultur

Täglich ertrinken Menschen im Mittelmeer auf der Flucht vor Krieg, Gewalt oder Armut. Mit „bürgerlicher Kälte“ hielten wir dieses Drama jedoch von uns fern, sagt Philosophin Henrike Kohpeiß. Mit unserem Wertekompass scheine dies nur schwer vereinbar.

News vom 15.09.2023

"Einige Rituale gehören inzwischen zum Repetoire europäischer Politik. So auch das Trauern um ertrunkene Menschen im Mittelmeer. Mitunter verneigen sich sogar Staatspräsidenten vor den Särgen von Menschen, die vielleicht hätten gerettet werden können, wenn die Küstenwache des Landes Hilfe geleistet hätte. Nach den Bekundungen, dass es sich hier um eine schlimme Tragödie handelt, ändert sich dann: Nichts! Und es ertrinken wieder Menschen.

Mehr als 27.000 Menschen haben so ihr Leben im Mittelmeer verloren. Seit 2014.

Wie können Politiker*innen entsetzt sein über eine Katastrophe, die sie selbst mit aufrecht erhalten? Und wie können Bürger*innen das letztlich weiter geschehen lassen? Und wie passt dieses Verhalten zum Selbstverständnis Europas als Wertegemeinschaft?"

Philosophin Henrike Kohpeiß im Gespräch mit Stephanie Rohde im Deutschlandfunk Kultur.

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Das Buch "Bürgerliche Kälte. Affekt und koloniale Subjektivität" von Henrike Kohpeiß ist kürzlich im Campus Verlag erschienen.

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