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Welche Medien der Kooperation? Perspektiven der experimentellen Ethnographie

26.04.2021 | 10:00 - 12:00
Über WhatsApp gesendetes Video unseres Forschungspartners Wilson in Baringo, Kenia.

Über WhatsApp gesendetes Video unseres Forschungspartners Wilson in Baringo, Kenia.

Mit Prof. Dr. Martin Zillinger und Dr. Anna Lisa Ramella (Universität zu Köln)

Experimentieren ist, wie nicht zuletzt Ingold (Being Alive, 2011) hinweist, fundamentale Praxis der Ethnographie – im Feld, am Schreibtisch, sowie für die mannigfaltigen Kontexte, die sie zu beschreiben erstrebt. In den letzten Jahrzehnten fanden diese Praktiken des Ausprobierens vermehrt unter Einsatz von und vermittelt durch Medien statt: gerade in Zeiten der Abwesenheit vom Feld versuchen wir, die Nähe einer Feldforschungssituation situativ zu erzeugen und mittelbar zu machen, was die Kategorie des „Feldes“ verschwimmen lässt, und andere, neue Herausforderungen erzeugt.

Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf Forschungen weltweit haben uns im vergangenen Jahr in intensivierter Weise mit der Notwendigkeit dieses Experimentierens konfrontiert.

Ausgehend von unserem Forschungsprojekt in Kenia möchten wir in diesem Vortrag unsere medial verfertigten Kooperationen mit unseren Forschungspartner:innen vorstellen, die von Methoden des „remote fieldwork“, etwa mithilfe von Video- und Audionachrichten, bis zu „fieldwork by proxy“, unter Einbezug unserer Forschungspartner:innen selbst, reichen. Hierbei werden wir uns auch mit Blick auf die Geschichte der Ethnologie verschiedenen Formen des „absent fieldwork“ widmen, die lange vor dem Coronajahr 2020 mit ähnlichen Methoden experimentierten, und in denen andere Medienpraktiken zur Anwendung kamen.

Anna Lisa Ramella und Martin Zillinger sind Ethnolog:innen an der Universität zu Köln. Martin Zillinger ist Professor für Ethnologie und PI im Global South Studies Center (GSSC) sowie des Teilprojektes “Testing Future – Cross-scalar linkages as coping strategies for socio-economic exclusion“ im SFB „Future Rural Africa“, für das Anna Lisa Ramella als Postdoktorandin arbeitet. Ihre Feldforschung fand im kenianischen Rift Valley statt, wo sie mit audiovisuellen Methoden Strategien des "Future-Making“ westkenianischer Migrant:innen untersuchten, die in Sektoren wie Fischerei, Agrikultur und Tourismus arbeiten. Kontakt: anna.ramella@uni-koeln.de und martin.zillinger@uni-koeln.de

Organisation: Theorie- und Methodenwerkstatt & TP INF

Zeit & Ort

26.04.2021 | 10:00 - 12:00

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