Neue Publikation: Lünenborg, M., & Makhashvili, A. (2025). Feeling feminist futures in digital environments. In Papacharissi, Z. (Ed.) The Routledge Companion to Digital Media and Democracy (1st ed.). Routledge
Können soziale Medien zu einer feministischen Zukunft beitragen – oder verwandeln sie Feminismus lediglich in einen weiteren vermarktbaren Trend? In einem neuen Buchkapitel gehen Margreth Lünenborg und Ana Makhashvili dieser Frage nach und untersuchen die affektiven Dynamiken des digitalen Feminismus. Von Hashtag-Aktivismus und Online-Solidarität bis hin zu vernetzter Misogynie und der Kommerzialisierung feministischer Anliegen beleuchten sie die Chancen und Widersprüche feministischer Interventionen in digitalen Räumen.
News vom 15.06.2026
Gegen die Logik der sozialen Medien, die auf Schnelligkeit, Aufmerksamkeit und positive Affekte setzt, plädieren die Autorinnen dafür, Spannungen und Unbehagen nicht vorschnell aufzulösen. Feministische Solidarität, so ihr Argument, ist kein Zustand, der sich jemals vollständig erreichen lässt. Sie entsteht vielmehr in der fortwährenden Auseinandersetzung mit Differenz, im Zuhören, im Austragen von Konflikten und im Ernstnehmen widersprüchlicher Erfahrungen. Eine solche Form von Solidarität eröffnet Möglichkeiten, vernetzte Misogynie zu bekämpfen, der Vereinnahmung feministischer Anliegen entgegenzutreten und feministische Zukünfte zu entwerfen, die notwendigerweise vielfältig und plural sind.