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Die Gesprächsreihe "Gefühle am Ende der Welt" in der Volksbühne geht weiter!

Das Format "Gefühle am Ende der Welt", moderiert von Henrike Kohpeiß und Philipp Wüschner, geht mit Folge 7: RESSENTIMENT in eine neue Runde. Gäste werden Jorinde Schulz und Ulrich Engel OP sein.

News vom 27.10.2023

"Ob es möglich ist, ohne Ressentiment zu leben, ist nicht klar. Das Bedürfnis, Andere für das eigene Leiden zur Verantwortung zu ziehen, ist manchmal berechtigt, oft unberechtigt, meistens aber vor allem aussichtslos. Ressentiments überkommen uns genau dann, wenn es am schlimmsten ist, und wir ihnen wenig entgegenzusetzen haben. Jedoch sind die Gefühle, die sich einstellen, wenn der Regen einem ins Gesicht schlägt und alles sich gegen die eigene Existenz verschworen zu haben scheint, nicht harmlos, sondern wirken sich auch politisch aus – nicht zuletzt, weil sie dazu neigen, sich zu kollektiveren und Sündenböcke zu produzieren. Die philosophische Begriffsgeschichte des Ressentiments stellt durchweg hohe Ansprüche an Individuen: den Schmerz zu dissoziieren (Stoa), die Kleingeistigkeit abzulehnen (Nietzsche), die Wunde zu verkörpern (Deleuze), und insgesamt aufzuhören zu jammern. Aber was außer Ansprüchen haben wir konkret dem Ressentiment entgegenzusetzen? Und wie sähe eine Gesellschaft aus, welche die Wut auf die Verhältnisse großzügig und weich aufnehmen und in eine Sorge umeinander umwandeln kann? Und wann bringt die glühende Empörung darüber, ungerecht behandelt worden zu sein, das Wissen zum Ausdruck, dass sich die Welt verändern muss?"

Hier geht es zur Veranstaltung.

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